Zurück zu Betriebsführung
 
× Startseite

Einstellungen | Mein Account
IKZ select Logo
Suchen          Support & Kontakt       Mein Account
IKZ select Logo

Lieber Gast, um alle Inhalte sehen zu können, müssen Sie angemeldet sein! Jetzt registrieren oder einloggen.

StartseiteThemenBetriebsführungMultinationaler SHK-Betrieb

Multinationaler SHK-Betrieb



Multinationaler SHK-Betrieb
Bild: IKZ 
Bild: IKZ 
Bild: IKZ 
Bild: IKZ 
Bild: IKZ 
Bild: Kruschinski 
Bild: Kruschinski 

Die JK Haustechnik und Komplettbau GmbH mit Sitz in Berlin hat Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus vielen Nationen eingestellt – und fährt gut damit
Er ist gelernter SHK-Monteur, hat das Gewerk studiert, seinen Meister gemacht und 1987 noch als Student einen Handwerksbetrieb in Berlin gegründet. Da war er 28 Jahre alt: Jürgen Kruschinski. Seit dem leitet er das Unternehmen als Geschäftsführer, das sich inzwischen auf die Bedürfnisse der Wohnungswirtschaft fokussiert hat. Eine Besonderheit: Die Belegschaft von Jürgen Kruschinski ist international aufgestellt. Detlev Knecht, stv. Chefredakteur der IKZ, hat ihn in Berlin besucht und mit ihm gesprochen.

Berlin wirkte anziehend
Der 64-Jährige Jürgen Kruschinski stammt gebürtig aus Recklinghausen (NRW), hat dort seine Ausbildung absolviert und ist schon früh, mit 18 Jahren, nach Berlin umgezogen. Dort arbeitete er als Monteur in einem SHK-Betrieb. Danach besuchte er die Meisterschule und studierte nebenberuflich Technische Gebäudeausrüstung auf Lehramt. 1987 machte er sich selbstständig. Heute beschäftigt er in seinem Betrieb gut 20 Mitarbeiter, davon sind drei gewerbliche und ein kaufmännischer Auszubildende.

Internationale Belegschaft
Einige seiner Mitarbeiter stammen aus anderen Ländern der Welt. „Durch die Auftragslage haben wir gut zu tun und da werden vonseiten der Kundschaft auch Mitarbeiter akzeptiert, die der deutschen Sprache noch nicht ganz mächtig sind“, sagt der Firmeninhaber gegenüber der IKZ. Sein Unternehmen vergleicht er mit ganz Berlin: Die Stadt ist in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten internationaler geworden. „Wir haben Leute aus der Ukraine, aus dem Senegal, Kurden und Türken“, zählt Jürgen Kruschinski auf. Aber es habe eine gewisse Zeit in Anspruch genommen, bis alle integriert waren und ihren Platz in der Mannschaft gefunden hätten, räumt er ein.
Dazu beigetragen haben gemeinsame Aktivitäten, wie etwa das das Christmas-Cooking 2022: Jürgen Kruschinski lud seine Mannschaft zu einem gemeinsamen Weihnachtskochen ein. Am Event waren alle Mitarbeiter dabei. „Da sieht man, wie international wir aufgestellt sind. Es ist bereichernd“, hebt er hervor. Jeder, der wollte, brachte seine landestypischen Rezepte und Zutaten mit und bereitete die Speisen und Getränke zu.

Bewegte Zeiten in Berlin
Die JK Haustechnik und Komplettbau GmbH musste sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen, z. B. nach der Maueröffnung. Es entstand ein Preisdruck. „Was aber ging“, betont Jürgen Kruschinski, „war der Service“. Und weiter: „Das ist eine Bank, verlangt aber auch viel Organisation.“ Deshalb baute er den Kundendienst massiv aus.
In den 2000er-Jahre versuchte sich Kruschinski mit einer Badausstellung. Er kaufte eine bereits vorhandene im „Stilwerk Berlin“, eine Location für Einrichtung, Wohndesign und Lifestyle. Damit wurde er nicht glücklich. In Berlin herrsche eine Mentalität, die dadurch gekennzeichnet sei, dass die Menschen viele schöne Dinge haben möchten, aber nicht bereit seien, dafür Geld auszugeben. Und so kam viel Publikum, aber kaum Kundschaft. Selbst Architekten hätten sich von seinen Bad-Ideen inspirieren lassen. „Das brauchte ich nicht“, hatte er sich gesagt und die Badausstellung nach fünf Jahren wieder geschlossen.
Gleichwohl hatte er sich im Badbereich über private Empfehlungen einen Namen gemacht. Heute renovieren er und seine Mannschaft rund ein Dutzend Bäder im höherpreisigen Segment im Komplettservice, also inklusive aller Nebengewerke.
Ein anderes Spezialgebiet des Unternehmens ist die Beseitigung von Wasserschäden sowie die Bautrocknung. Aufgrund der Vielzahl an aufkommender Schäden hat der Unternehmer inzwischen mehr als 30 eigene Trocknungsgeräte angeschafft. Schulungen des eigenen Personals erfolgen über den „Dachverband der Schadensanierer im Bereich Gebäude & Wohnen“: Schadendienst24.
Die Hauptklientel ist jedoch seit vielen Jahren die Wohnungswirtschaft. Hier hat man einige Wohnbaugesellschaften unter Vertrag, für die der Handwerksbetrieb auch eine 24-Stunden-Notdienstbereitschaft zusichert. „Und das funktioniert sehr gut“, sagt Jürgen Kruschinski.

Wertgeschätzes Handwerk
Zurück zum Personal: Aufgrund sich ständig ändernder Rahmenbedingungen in Berlin und Umgebung und der sich daraus ergebender Herausforderungen hat der Firmeninhaber „einfach ’mal etwas Neues ausprobiert“. Er meint damit die Einstellung von Personal mit internationalen Wurzeln. Und so schwärmt Jürgen Kruschinski von der besonderen Freundlichkeit, Höflichkeit und Gewissenhaftigkeit einiger seiner Monteure. „Diese Korrektheit und Achtung dem Anderen gegenüber ist eine wirkliche Wohltat“, beschreibt er seine Erfahrung. Auch darin zeige sich die Bereicherung, andere Kulturen im eigenen Betrieb integriert zu haben.
Der Geschäftsführer konnte bei seinen Partner-Wohnungsbaugesellschaften durchsetzen, dass die komplette An- und Abfahrt inklusive der mitunter extrem langen Suche nach einem Parkplatz als Arbeitszeit aufgeschrieben wird. Von zwei Wohnungsbaugesellschaften, die diese Regelung nicht akzeptieren wollten, hat sich Jürgen Kruschinski getrennt.
Die Wochenarbeitszeit liegt bei 40 Stunden, von montags bis freitags, 14 Uhr. Andere Modelle, beispielsweise die Arbeitszeit an einigen Tagen bis in die Abendstunden hinein zu verlegen oder samstags als Arbeitstag einzuführen oder eine Viertage-Woche, wurden in einem Mitarbeitertreffen und einer Diskussion abgelehnt.

Geleistete Arbeit wird bezahlt
Weil jede geleistete Arbeitsstunde gegenüber dem Kunden abgerechnet wird, bekommen auch die Monteure jede Arbeitsstunde ausgezahlt. Diese Zeiten werden digital über eine Handwerkersoftware auftragsbezogen erfasst und dem eigenen Arbeitszeitkonto gutgeschrieben. Aus diesen Daten wird auch die Rechnung für den Kunden generiert. Die wachsende Achtung und Wertschätzung ihm und der Belegschaft gegenüber zeige sich auch in den Löhnen, sodass Monteure nicht mehr nebenbei arbeiten müssten.
Derzeit erfolgt die Dokumentation des Auftrags beim Kunden – komplett papierlos – über ein Tablet. Demnächst soll auf Handys umgestellt werden. Darüber lassen sich Texte diktieren, „was unterm Strich insbesondere den internationalen Mitarbeiter leichter fällt als die Texte von Hand aufzuschreiben“. Auch die Aufträge werden digital aus dem Büro an das Servicepersonal übermittelt.
Für Jürgen Kruschinski hat das gute Betriebsklima eine besondere Bedeutung. So werden beispielsweise mögliche Mitarbeitermodelle mit der gesamten Belegschaft besprochen und darüber abgestimmt – wie die oben angesprochenen Regelung der Wochenarbeitszeit. Personen, die sich auf eine offene Stelle bewerben, aber sich nicht integrieren möchten, sind aus seiner Sicht nicht die richtigen. „Wir brauchen jemanden, der gern im Team arbeitet“, sagt Kruschinski. Dafür richtet der Firmenchef auch gern Events für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus. Einige Beispiele: ein Wellnesstag für die Damen (plus Weiterbildung/Schulung), ein gemeinsamer Ausflug in einen Kletterwald und das erwähnte Christmas-cooking.

Zukunftspläne
Seine gute Auftragslage bedeutet für Kunden, auch einmal auf einen Einsatz warten zu müssen. Das sei vielfach für sie in Ordnung. „Die Wertigkeit des Handwerks kommt wieder“, freut sich Jürgen Kruschinski. Eigentlich wollte er etwa ab dem 60. Lebensjahr – also vor vier Jahren – kürzertreten und sich mehr und mehr aus dem Tagesgeschäft zurückziehen. Doch es macht „so viel Spaß“, auch, weil die Zeit eine andere geworden sei und die Kundschaft „viel vorsichtiger in ihren Äußerungen geworden ist“.
Was sich Jürgen Kruschinski vorstellen kann, dass er demnächst – mit deutlich reduzierter Arbeitszeit – dem Betrieb als Berater zur Verfügung steht. Seine Expertise, die er sich über die Jahrzehnte angeeignet habe, könne er gern bei einem Nachfolger einbringen. Und doch sieht er das gelassen: „Ich dränge mich nicht auf. Wenn sich der Neue dagegen entscheidet, ist’s auch gut.“
Regelmäßig wird das Personal geschult – jeder erste Mittwoch im Monat, ab 15 Uhr, im Betriebsgebäude. Es sind Hersteller oder Vertreter aus der Berliner SHK-Innung, die ins Haus kommen, und zu bestimmten Themen referieren. Auch kann es jemand aus den eigenen Reihen sein, der die Schulung leitet.

Hohes soziales Engagement
Was die Auszubildenden angeht, hat Jürgen Kruschinski die Erfahrung gemacht, wie wahrscheinlich sehr viele seiner Kollegen und Kolleginnen: Wenn ein Jugendlicher gute Voraussetzungen mitbringt, möchte er beruflich aufsteigen und damit das Unternehmen früher oder später verlassen. Schwache Jugendliche helfen dem Betrieb nicht. „Der Tanz ist dazwischen“, bringt es der Betriebsinhaber auf den Punkt und lenkt das Gespräch auf die ukrainische Flüchtlingsfamilie (Mutter mit Tochter), der er im ers­ten Stock seines Bürogebäudes eine Wohnung zur Verfügung stellt. Nicht nur das. Die Mutter einer Jugendlichen macht gerade eine Nachqualifizierung zur „Kauffrau für Büromanagement“. Zwei Tage pro Woche lernt sie bei Kruschinski das Tagesgeschäft, die anderen drei Tage geht sie zur Schule. Nach bestandener Prüfung hat sie einen in Deutschland anerkannten Berufsabschluss. Danach, so der Plan, soll sie in die Buchhaltung einsteigen.
Auch zwei seiner Monteure aus Aserbeidschan und dem Irak durchlaufen eine Qualifizierungsmaßnahme, und zwar zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Hier ist die Innung SHK Berlin Kooperationspartner. Jürgen Kruschinski ist begeistert von diesen beiden Einrichtungen: „Es ist eine tolle Sache, weil den dreien hervorragende Zukunftsaussichten bereitet werden.“ Patrick Heber, der bei der Innung für solche Projekte zuständig ist, hat Jürgen Kruschinski als „hoch engagierten Betriebsinhaber“ kennengelernt, der sich „sehr für seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einsetzt“. Und er weist auf die freiwilligen Einbußen hin, die Jürgen Kruschinski eingeht: „Dabei muss man bedenken, dass Jürgen Kruschinski auf einen Teil der Arbeitsleistung verzichtet, während die Personen bei uns sind.“

www.jk-b.de


Fakten und Daten

  • Die JK Haustechnik und Komplettbau GmbH wurde 1987 gegründet und wird von Jürgen Kurschinski geführt.
  • Unternehmenssitz ist Berlin.
  • Beschäftigt werden gut zwanzig Mitarbeiter (inklusive Büro), davon vier Auszubildende, zwei Meister und neun Kundendienstmonteure.
  • Schwerpunkt des Geschäftsbetriebs ist der Service für bestimmte Wohnungsbaugesellschaften. Außerdem: Schadensbeseitigung und Bautrocknung nach Wasserschäden sowie Badsanierungen aus einer Hand.
  • Das Unternehmen ist Mitglied der SHK-Innung Berlin.




Verwandte Artikel



Wie Sie in wenigen Schritten Service- und Wartungsprozesse digitalisieren könnenBild: 4PS Bausoftware GmbH

Wie Sie in wenigen Schritten Service- und Wartungsprozesse digitalisieren können ANZEIGE

Die Zusammenarbeit in Handwerksunternehmen ist ein komplexer Prozess. Die SHK-Branche befindet sich insbesondere durch sich verändernde Prozesse, ständige Innovationen und...
Weiterlesen

Webinar: Der Service- und Wartungsprozess im Handwerk. Die Vorteile der Digitalisierung mit einer ERP-Lösung aus der Cloud.Bild: 4PS

Webinar: Der Service- und Wartungsprozess im Handwerk. Die Vorteile der Digitalisierung mit einer ERP-Lösung aus der Cloud. ANZEIGE

Zwei Superlative, die perfekt deutsche Handwerksbetriebe beschreiben: Erstens haben sie das größte Potenzial und zweitens den höchsten Bedarf an einer...
Weiterlesen

Aufschlussreiche Blicke ins Archiv

Aufschlussreiche Blicke ins Archiv 11. Oktober 2022

Die SHK-Branche gilt als innovativ – und doch sind viele Themen, Techniken und Trends längst nicht so neu, wie es...
Weiterlesen

Angebote kosten GeldBild: ZVSHK

Angebote kosten Geld 26. September 2023

Angebotskosten kalkulieren und in Rechnung stellenJeder Handwerksbetrieb bemüht sich, Kosten zu sparen: bei den Energiekosten, beim Materialeinsatz, beim Personal, beim...
Weiterlesen

„Sinnvolle Ergänzung unseres Portfolios“Bild: Zehnder Group Deutschland

„Sinnvolle Ergänzung unseres Portfolios“ 7. Juni 2023

Heiko Braun, Geschäftsführer Zehnder Group Deutschland, spricht im Interview mit der IKZ-Redaktionüber Wartungsverträge für Zehnder Komfort-LüftungssystemeWartungsarbeiten sind eine klassische Domain...
Weiterlesen

Mitarbeitersuche per Mausklick

Mitarbeitersuche per Mausklick

Online-Jobbörsen: Auszubildende und Fachkräfte per Internet sichern
Weiterlesen

Kosten senken, Installation vereinfachen, Betrieb optimierenBild: Stiebel Eltron

Kosten senken, Installation vereinfachen, Betrieb optimieren 17. April 2023

Der Wärmepumpenmarkt boomt. Gleichwohl gibt es Markthemmnisse und unerledigte Hausaufgaben. Kai Schiefelbein, Geschäftsführer beim Hersteller Stiebel Eltron, blickt im Interview...
Weiterlesen

Gut Ding will Wartung haben

Gut Ding will Wartung haben 19. September 2023

Wärmepumpen sind wartungsfreundlich: Ein Überblick über die wichtigsten Arbeitsschritte beim Service durch den FachhandwerkerWärmepumpen sind in vielen Fällen eine kostengünstige...
Weiterlesen

Bewegte Zeiten

Bewegte Zeiten 23. November 2022

Die Fachzeitschrift IKZ begleitet seit 150 Jahre die SHK-Handwerksbranche Ein Firmenjubiläum, das so selten zu finden ist wie ein vierblättriges...
Weiterlesen

Heiz- und Kühlwasseraufbereitung in der PraxisBild: UWS Technologie GmbH

Heiz- und Kühlwasseraufbereitung in der Praxis ANZEIGE

Die VDI 2035 und die VDI 6044 legen fest, wie die Heiz- oder Kühlanlage und das Anlagenwasser für einen reibungslosen...
Weiterlesen


Diesen Artikel teilen auf:   Facebook X XING



Ausgewählte Inhalte



Leistungsgarantie



Datensicherheit

×