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Kalkschutz im Krankenhaus



Kalkschutz im KrankenhausBild: PETRA SCHRAMBOEHMER PS FOTODESIGN
Bild: PETRA SCHRAMBOEHMER PS FOTODESIGN 
Bilder: PETRA SCHRAMBOEHMER PS FOTODESIGN 
Bild: PETRA SCHRAMBOEHMER PS FOTODESIGN 

8. Juli 2026

Gesundheitssensible Zielvorgaben beim Trinkwasser stellen hohe Anforderungen an Kalkschutzanlagen

Das Münchner Wasser ist sehr kalkhaltig und liegt je nach Stadtteil bei bis zu 20 °dH. Im München-Klinikum Schwabing werden deshalb schon seit mehreren Jahren die Trinkwasseranlagen hausweise nach und nach mit Kalkschutzanlagen vom Typ „Biocat KS“ von WATERCryst ausgerüstet. Ein Anwenderbericht.

Es hat schon fast etwas Skurriles, wenn sich Alfred Thomas, Teamkoordinator Versorgungstechnik im München-Klinikum, an einen mehrere Jahre zurückliegenden Vorfall erinnert: „Schon damals“, so der Techniker, „war für uns die hohe Kalkbelastung im Trinkwasser des Klinikums ein großes Thema, weil es immer wieder zu Störungen durch Ablagerungen im Rohrleitungsnetz, noch gravierender aber in den Wärmeerzeugern kam. Bis ein Anbieter auf den Plan trat, der das besonders einfach lösen wollte. Nämlich mit einem mit Quarz gefüllten, etwa einem Meter langen Rohrstück, das mit Kabelbindern an der Stichleitung zur Entnahmestelle befestigt wurde. Und nur fünf Minuten später die Frage kam, ob „wir nicht fühlen könnten, um wie viel weicher das Wasser schon geworden sei?“ Nein, tatsächlich „ertasten“ konnte das niemand, auch keiner der hinzugezogenen Kollegen. „Aber wir wussten einmal mehr, dass wir das Kalkproblem im Klinikum nicht durch alternative Techniken würden lösen können“, so Alfred Thomas.

Gesundheitssensible Zielvorgaben 

Stattdessen mit den üblichen chemischen Aufbereitungsanlagen zu arbeiten, war aber auch keine Lösung. „Gerade im gesundheitssensiblen Krankenhausumfeld ist es uns wichtig, dass das Trinkwasser möglichst naturbelassen und gesund bleibt“, skizziert der Technische Leiter Martin Sigl die entscheidenden Zielvorgaben. Insbesondere, weil es ja letztlich auch noch die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) gebe, wonach die Menge der Aufbereitungsstoffe so gering wie möglich gehalten werden muss, selbst wenn keine expliziten Grenzwerte für bestimmte Stoffe existieren: „Im Ergebnis bedeutet das, dem Trinkwasser möglichst gar keine chemische Stoffe beizufügen, wenn es eine andere Lösung gibt, die mit angemessenem Aufwand und unter Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik zu demselben Ergebnis, in unserem Fall also der Reduzierung der Folgen von Kalkschäden und Hygieneproblemen im Trinkwasser, führt.“

Das Wirkprinzip der „Biocat“ Kalkschutzanlage entspricht diesem Anforderungsprofil. Denn während bei anderen Wasserbehandlungsverfahren, wie beispielsweise Ionentauschern, im Rahmen des Enthärtungsprozesses Natrium und Chlorid ans Wasser bzw. ins Abwasser und letzten Endes an die Umwelt abgegeben werden, docken beim WATER­-Cryst-Verfahren Calcium- und Carbonat-Ionen an einem speziellen Granulat an und werden letztlich einfach ausgespült. Alfred Thomas: „Neben dem Erhalt der Trinkwassergüte ist dieser Prozess also gleichzeitig wesentlich nachhaltiger, da wir die Umwelt nicht belasten und Ressourcen schonen.“

Pilotprojekt 2013: Ergebnisse überzeugen

Was vor mehr als zehn Jahren – exakt: 2013 – mit der ersten „Biocat“ Anlage als Pilotprojekt im Haus 16 des München-Klinikums in Schwabing begann, hat sich in der Folge entsprechend kontinuierlich fortgesetzt. Noch im selben Jahr folgte im Haus 12 die nächste Anlage. Denn bis dahin musste dort aufgrund der Wasserhärte und des gleichzeitig extrem hohen Bedarfs an Warmwasser für die zentrale Küche bei unbehandeltem Wasser etwa alle zwei Monate der Plattenwärmetauscher ausgewechselt werden. Der perfekte Lackmustest also für das WATERCryst-Verfahren – der genauso bestanden wurde: Mittlerweile sind im München-Klinikum ein halbes Dutzend dieser Kalkschutzanlagen in unterschiedlichen Leistungsgrößen in Betrieb. Wie Stefan Köhler, WATERCryst-Vertrieb Südbayern, erklärt: „Weil jeder Anwendungsfall selbst in vermeintlich ähnlich genutzten Gebäuden eines solchen Klinikums ein anderer ist, werden die DVGW-zertifizierten ‚Biocat‘ Kalkschutzanlagen immer möglichst präzise auf den benötigten Bedarf abgestimmt. Im München-Klinikum sprechen wir zum Beispiel von Warm- und Kaltwassermengen zwischen 1500 und 50 000 l/d pro Tag, bei denen der Kalkschutz unabhängig vom aktuellen Durchsatz generell gleichermaßen gut funktionieren muss.“

Und die Langzeiterfahrung zeigt, wie gut diese Abstimmung in der Praxis aufgeht. Nur ein einziges Mal, erinnert sich Anlagenmechaniker Peter Hofmuth, habe es bei einer der „Biocat“ Anlagen mal eine Störung gegeben: „Und das war auch lediglich ein blockiertes Motorventil.“ Ansonsten, so sein Fazit, „funktioniert der Kalkschutz einfach genau so, wie er es soll.“ Bis hin zum lediglich alle fünf Jahre notwendigen Granulat-Wechsel, der im Übrigen rechtzeitig automatisch angezeigt und dann durch den Hersteller-Service durchgeführt wird. Bei den kleineren Anlagen der Serien bis „Biocat KS 8000“ wird dazu einfach der Behälter mit dem als Katalysator wirkenden Kunststoffgranulat neu gefüllt ausgetauscht und im „Pfandverfahren“ wieder aufbereitet, beim großen Typ „Biocat KS 5D“ werden das Granulat und alle Kunststoffteile im Trinkwasser komplett vor Ort ausgewechselt. 

Granulat-Wechsel durch qualifizierte Kundendienst-Techniker 

Der „Granulatservice des Herstellers“ ist für die Mannschaft um Martin Sigl dabei gleichzeitig das „Tüpfelchen auf dem i“ des wirksamen Kalkschutzes, weil er – auch hier wieder speziell im Vergleich zum salzhungrigen Ionentauscherverfahren – die Mitarbeiter von der Arbeit der Materialbeschaffung und der Anlagenwartung komplett entlastet. „Denn die Wege im quartier-großen München-Klinikum sind weit, die Säcke mit den Verbrauchsmaterialien schwer, und die Mitarbeiter, die für den Transport – früher mehrere Tonnen pro Monat – abgestellt werden mussten, werden dringend anderswo gebraucht“, so Martin Sigl: „Für das München-Klinikum in Schwabing steht das Thema Hygiene, und damit natürlich auch der Erhalt der Trinkwassergüte, auf der Prioritätenliste ganz weit oben. Entsprechend müssen die Mitarbeitenden dort eingesetzt werden, wo wir unsere Anlagentechnik weiter optimieren können.“

Das heißt zum Beispiel, dass die Zeiten der Ringleitungsversorgung aller Gebäude mit langen Stichleitungen und zentraler Warmwasserbereitung in Speichern mit mehreren zehntausend Litern Inhalt, wie noch vor zehn oder zwanzig Jahren üblich, endgültig vorbei sind. Stattdessen wird entlang eines durch drei Fachexperten entwickelten Konzeptes jedes Gebäude trinkwasserhygienisch individuell betrachtet, um unter anderem bei Sanierungsmaßnahmen kalt- und warmgehende Leitungen zum Schutz vor Wärmeübergang konsequent voneinander zu trennen. So lässt sich auch die Warmwasserbereitung auf bedarfsgerechte Volumina herunterfahren und eben die notwendige Kalkschutzbehandlung ebenfalls hausweise auf die jeweiligen Volumina abgestimmt sicherstellen.

Projektplanung nach HOAI 

Die bauseitige Hygienevorsorge geht im München-Klinikum mittlerweile sogar so weit, dass sich hauseigene Fachleute schon in der Leistungsphase 2 der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) mit ihrer Expertise einschalten, also bereits bei der Erstellung des ersten Planungskonzepts und der Überprüfung der Machbarkeit des Bauprojekts. Nur so sei es möglich, auf der einen Seite den Betreiber schon in der Entwurfsphase einer Baumaßnahme frühzeitig auf das für die nachfolgende Detailplanung entscheidende Nutzungskonzept „einzuschwören“ und andererseits gleichzeitig die nutzungsspezifischen Besonderheiten in der Auslegung einer Wärme- und einer Trinkwasseranlage in einem Krankenhaus auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten hinreichend zu berücksichtigen.

Dazu Martin Sigl: „Gerade im Krankenhausumfeld ändern sich fortlaufend die Anforderungen entlang neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, an denen wir uns orientieren müssen. Die Hygienekonzepte sind also spätestens im Zwei-Jahres-Rhythmus weiterzuentwickeln. Gleichzeitig gibt es aber genauso wirtschaftliche Zwänge, denen wir unterliegen. Entsprechend müssen wir auch diese Kosten idealerweise schon bei der Erstentscheidung für eine Investition möglichst vollständig kennen und auf den Lebenszyklus abbilden. Die gleichermaßen nachhaltige wie wirtschaftliche Kalkschutzbehandlung mit WATERCryst ist also ein fast schon prototypisches Beispiel, wie zielführend die ganzheitliche Betrachtung der hygienerelevanten Anlagentechnik in den Häusern unseres Klinikums ist.“

www.watercryst.com





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