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Was ist eigentlich der Unterschied…



Was ist eigentlich der Unterschied…Bild: Kermi
Bild: Kermi 

23. August 2023

…zwischen einer Klein- und einer Großanlage bei der Trinkwassererwärmung?

Kleinanlagen
Bei Kleinanlagen – die Unterscheidung trifft das DVGW-Arbeitsblatt W 551 sehr präzise – geht man davon aus, dass im Warmwasserkreislauf eine schnelle Umwälzung erfolgt und sich keine oder kaum Legionellen oder andere Keime bilden können. Jedenfalls traf diese Unterscheidung einst der Gesetzgeber. Entsprechend klein dimensioniert dürfen die Anlagen auch nur sein. Der Warmwasserspeicher darf maximal 400 l und jede Rohrleitung zwischen dem Abgang des Trinkwassererwärmers und der Entnahmestelle maximal 3 l fassen. Eine Zirkulationsleitung, die ebenfalls mit installiert sein könnte, wird nicht mitgerechnet.
Natürlich können sich Legionellen auch in einer solchen Kleinanlage pudelwohl fühlen. Etwa, wenn der Planer eine Wärmepumpe mit einem Speicher von 398 l kombiniert und das Ganze bei 42°C Wassertemperatur am Laufen hält. Oder der Hausbesitzer die Warmwassertemperaturen dauerhaft und deutlich unter 60°C hält. Dadurch können die Hausbewohner über kurz oder lang ernsthaft erkranken.

Großanlagen
Großanlagen hingegen können demnach mehr als 400 l Wasser speichern und auch für mehr als 3 l in den genannten Leitungskomponenten Platz haben. Die mögliche Zirkulationsleitung spielt auch hier keine Rolle. Anlagen dieser Art erwärmen und transportieren warmes und kaltes Trinkwasser in Mehrfamilienhäusern, Altenheimen, Krankenhäusern, Gewerbebetrieben oder Pensionen – also überall da, wo viele Menschen viel warmes und kaltes Wasser benötigen.
Die Legionellen etwa können gleich mehrere davon auslösen. Die bekannteste ist die Legionärskrankheit. Allein in Deutschland erkranken jährlich bis zu 30.000 Personen daran. Für 15% von ihnen verläuft das tödlich. Für die Legionellen sind Trinkwasseranlagen ein wahres Paradies. Sie fühlen sich pudelwohl bei 5 bis 55°C. Erst ab 60°C werden sie inaktiv und sterben ab.
Diese Bakterien sind also ein Grund, warum die Einstellung bei der Warmwasserbereitung immer auf mindestens 60°C eingestellt sein sollte – auch in einem Einfamilienhaus. Ausnahmen bilden lediglich Großanlagen, an denen keine Duschen oder andere Anlagen zur Vernebelung von Trinkwasser angeschlossen sind. Denn die Legionellen verbreiten sich über den Sprühnebel, der beispielsweise beim Duschen entsteht.

Installateure dürfen Proben entnehmen
Für betreffende Großanlagen ist es Pflicht, regelmäßige Untersuchungen des Trinkwassers auf Legionellen durchführen zu lassen. Das wiederum dürfen nur zugelassene Untersuchungsstellen. Diese sind in jedem Bundesland akkreditiert und werden dort in einer aktuellen Liste geführt. Installateure dürfen die Proben zwar entnehmen, müssen jedoch dafür in das Qualitätssicherungssystem des untersuchenden Labors eingebunden sein.
Es gibt zudem eine Unterscheidung, wann welche Anlage untersucht werden muss. Wird sie etwa in einem Mehrfamilienhaus zur gewerblichen Vermietung betrieben, reicht eine Frist von 3 Jahren aus. Bei öffentlichen Einrichtungen wie Hotels, Sportstätten oder Schulen bedarf es einer jährlichen Untersuchung. Die Häufigkeit kann sich jedoch ebenfalls auf 3 Jahre ausdehnen, wenn in drei aufeinanderfolgenden Jahren keine Beanstandungen aufgetreten sind, die Anlage nicht wesentlich verändert wurde und ein Nachweis über die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik vorliegt. Krankenhäuser sind jedoch von dieser Ausnahme ausgenommen.
Weisen die Proben 100 KBE (koloniebildende Einheit bei Bakterien) pro 100 ml auf, schrillt Alarmstufe rot und es ist unbedingt das Gesundheitsamt zu informieren. Die Beschreibung der möglichen Maßnahmen, die von Infrarot bis zu chemischer Desinfektion reichen, würde an dieser Stelle zu weit führen. Deswegen sollte man von vornherein darauf achten, die nötigen Bestimmungen einzuhalten.


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