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Sicherheit zum NachrüstenBild: AdobeStock-maho
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2. April 2026

Kostengünstiger Schutz und schnelle Installation: Funk-Alarmsysteme

Funk-Alarmanlagen bieten SHK-Handwerksbetrieben eine flexible und kostengünstige Möglichkeit, eigene Firmenräume zu schützen. Doch was leisten die Systeme? Was sind Vor- und Nachteile? Und wie sind die Anlagen vor potenziellen Angriffen geschützt

Funk-Alarmanlagen versprechen kostengünstigen Schutz und eine schnelle Installation. Deshalb erfreuen sich die Systeme wachsender Beliebtheit: Laut einer Bitkom-Umfrage von August 2024 nutzen bereits 21 % der Deutschen eine smarte Video-Überwachung und 18 % smarte Alarmanlagen. Auch für SHK-Handwerksbetriebe können die Systeme eine flexible Lösung zur Nachrüstung darstellen – als zusätzliche Absicherung neben baulichen und mechanischen Einbruchschutzmaßnahmen. Denn für Einbrecher sind Werkstätten, Büros, Lagerhallen, Ausstellungs- und Verkaufsräume ein verlockendes Ziel: Hier vermuten Langfinger neben wertvollen Werkzeugen oft teure Materialien, IT-Ausstattung oder Bargeld.

Lückenlose Überwachung

Aktuelle Funk-Alarmsysteme umfassen eine Vielzahl von Sensoren zur lückenlosen Überwachung aller Bereiche: von Bewegungs- und Glasbruchmeldern über Kameras, Tür- und Fenstersensoren, Rauch- und Erschütterungsmelder bis hin zu Außen- und Innensirenen – inklusive Anbindungsmöglichkeiten an professionelle Sicherheitsdienste. Ein großer Vorteil der Funk-Alarmanlagen liegt in ihrer Flexibilität: Die batteriebetriebenen Sensoren können an beliebigen Orten platziert werden, ohne dass Verkabelungsarbeiten erforderlich sind. Dies spart Zeit, reduziert Installationskosten und ermöglicht in kürzester Zeit eine umfassende Überwachung von Gebäuden und Außenbereichen. Besonders praktisch: Das Bild der Kameras oder smarten Türklingeln ist auf mobilen Geräten überall sofort abrufbar. Bei Gefahren profitieren Nutzer außerdem von Echtzeitbenachrichtigungen per Smartphone, Tablet oder Mail. Darüber hinaus lassen sich die Systeme bei Bedarf modular erweitern, sodass SHK-Betriebe ihre Anlage jederzeit an neue Anforderungen anpassen können.

Herausforderung für Hacker

Ein potenzieller Nachteil von smarten Alarmanlagen ist die Abhängigkeit von der Stabilität des Funk-Signals. Allerdings nutzen die Systeme nicht das firmeneigene WLAN, sondern spannen über ihre Basisstation ein eigenes Netz auf, in das alle Sensoren integriert werden. Trotzdem können Störungen in diesem Funknetz zu Fehlalarmen oder eingeschränkter Funktionalität führen. Die Befürchtung, dass Hacker in das System eindringen und die Anlage manipulieren könnten, ist bei besseren Modellen unwahrscheinlich: Moderne Funk-Alarmanlagen verfügen über eine Vielzahl von Sicherheitsfunktionen, wie Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen und eine „Intrusion Detection“ (Einbruchserkennung), die unbefugte Zugriffe per Internet identifizieren und abwehren. Zudem verfügen viele Systeme über einen Sabotageschutz für Basis und Sensoren. Wenn Einbrecher zum Beispiel versuchen, die Batterien eines Sensors zu entfernen, erfolgt in der Regel eine sofortige Meldung in der Alarm-App. Dasselbe passiert, wenn der Funk-Kontakt eines Sensors auf andere Weise verloren geht.
Auch mit Störsendern lassen sich die Systeme nicht so leicht lahmlagen: Die Alarmanlagen nutzen in der Regel mehrere Kommunikationskanäle, wie Ethernet, WLAN, Mobilfunk oder die Funktechnologie Jeweller.1) Wenn einzelne Kanäle gestört werden oder ganz ausfallen, zeigt die Alarm-App meist sofort eine Benachrichtigung. Einige Systeme funktionieren auch bei Stromausfällen weiter: Durch integrierte Akkus lassen sich oft 24 oder sogar mehr Stunden überbrücke

Mit oder ohne Zertifizierung?

Beim Vergleichen aktueller Funk-Alarmsysteme sollten Betriebe berücksichtigen, dass sich einige Hersteller eine offizielle und teure Zertifizierung sparen. Nicht-zertifizierte Systeme müssen deshalb nicht automatisch schlechter sein – denn auch ohne Zertifizierung können Funk-Alarmsysteme Diebe abschrecken, für das schnelle Eintreffen der Polizei sorgen und durch Video- oder Audiomaterial die spätere Aufklärung unterstützen. Über Qualität und Zuverlässigkeit geben Fachbetriebe und aktuelle Tests in Fachzeitschriften Auskunft. Wirklich zertifizierte Sicherheit bieten hingegen nur Funk-Alarmanlagen, die mindestens der Norm DIN EN 50131-1 Grad 2 oder der VDS-Klasse A entsprechen. Die Installation und Wartung dieser Systeme sollte immer ein Fachbetrieb übernehmen.

Autor: Thomas Busch, freier Journalist

1) Siehe https://ajax.systems/de/jeweller/


Checkliste: Neukauf einer Funk-Alarmanlage

  • Objekt: Welche Bereiche sollen geschützt werden (z. B. Büro, Werkstatt, Firmengelände, Fahrzeuge, Lager)?
  • Risikoanalyse: Welche potenziellen Gefahren bestehen (z. B. Vandalismus, ­unbefugtes Betreten, Diebstahl von Wertsachen, Material oder Werkzeugen)?
  • Schutzziele: Was soll das System leisten (z. B. Echtzeitkontrolle, Abschreckung, sofortige Alarmierung, Beweissicherung)?
  • Funknetz: Ermöglicht der Einsatzort eine gute Funk-Abdeckung oder sind ­Verstärker nötig? Bietet die Alarmanlage eine sichere Verschlüsselung?
  • Sensoren: Welche und wie viele Sensoren werden innen und außen benötigt (z. B. Tür-/Fensterkontakte, Bewegungsmelder, Sirenen, Rauchmelder, Wasser, Glasbruch, Panik-Button etc.)
  • Kamera-Auswahl: Genügen Innenkameras oder werden auch wetterfeste ­Außenkameras benötigt?
  • Nachtsicht: Besitzen die Kameras Infrarot-LEDs oder Starlight-Technologie für gute Bilder bei Dunkelheit?
  • Bewegungserkennung: Soll die Kamera zur Minimierung von Fehlalarmen selbstständig unterscheiden können zwischen Personen, Tieren und Fahrzeugen?
  • Audiofunktion: Verfügen die Kameras über integrierte Mikrofone zur Tonaufzeichnung und Lautsprecher zur Ansprache von Eindringlingen?
  • Alarmfunktionen: Welche Alarmierungen sind gewünscht (z. B. Innen- und ­Außensirenen, Push-Benachrichtigungen per Smartphone oder Mail, Anbindung an einen professionellen Wachdienst)?
  • Sicherung: Wie sollen Video- und Tonaufnahmen gespeichert werden (z. B. ­lokal per SD-Karte, auf einem Netzwerkvideorekorder oder mit Abo-Gebühren in der Cloud)?
  • Stromversorgung: Soll die Alarmanlage auch bei Stromausfällen mehrere Stunden einsatzbereit bleiben (z. B. per Akku oder Solarpanel)?
  • Zertifizierung: Falls zertifizierte Sicherheit gewünscht ist: Entspricht das System mindestens der Norm DIN EN 50131-1 Grad 2 oder der VDS-Klasse A?
  • Bedienung: Ist es nötig, Mitarbeiter in die Bedienung und Wartung der Systeme einzuweisen? Sind Kontaktdaten für den Support sowie Tipps zur Fehlerbehebung hinterlegen?
  • Rechtssicherheit: Sind alle Vorgaben der DSGVO sowie aus den Bereichen Arbeitsschutz und Nachbarrecht erfüllt?


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